"Get your kicks on Route 66" - Das dachten wir uns auch und haben auf den Weg gemacht, einen Teil der historischen Route 66 entlang zu fahren. Ursprünglich von Chicago / Illinois nach Santa Monica / Kalifornien verlaufend, war sie eine der ersten befestigten Straßen zur Westküste der USA. Mit den Jahren wurde der Verlauf erst durch Baumaßahmen verändert. Später verlor die Route 66 zunehmend ihre Bedeutung durch die Errichtung der Interstate Highways. Glücklicherweise sind einige Teile der Strecke weiterhin befahrbar und bieten neben tollen landschaftlichen Ausblicken bestimmte Überbleibsel aus vergangener Zeit.
Wir haben übrigens in den USA so dermaßen lange Güterzüge gesehen, wie noch nie zuvor...


(Das dritte Bild ist übrigens ein Suchbild: Wer findet unser Auto?)
Erwähnenswert ist definitiv die alte Goldgräberstadt Oatman, in der man sich um Jahrzehnte zurückversetzt fühlt. Überall laufen Burros (Mulis) frei herum, was dem Ort einen markanten Geruch und zahlreiche Tretminen auf der Straße verleiht... Auf Nachfrage erfuhren wir, dass sie früher als Lasttiere genutzt wurden. Nachdem sie für die Arbeit nicht mehr notwendig waren, ließen ihre Besitzer sie frei.
Inzwischen hatten wir den Bundesstaat gewechselt und waren von Kalifornien nach Arizona gelangt. Die Temperaturen stiegen weiter und ab jetzt würde es nur noch Tage über 30 Grad Celsius geben. Es stimmt übrigens das Gerücht, dass hier ungefähr jeder Raum und jedes Fahrzeug wahnsinnig stark heruntergekühlt werden. Die Klimaanlagen laufen überall gefühlt rund um die Uhr und bei bestellten Getränken ist mindestens der halbe Becher voll mit Eis. Zur Sicherheit haben wir einen Pullover oder eine Strickjacke griffbereit, wenn wir irgendwo einkehren. Wir sind gespannt, wie es in den nächsten Tagen wird, wenn wir irgendwann die 40 Grad-Marke knacken werden...
Eins der Highlights dieses Tages war die Ankunft im Ort Kingman (ebenfalls an der Route 66 gelegen). Bei der Suche nach einer Unterkunft sind wir auf das El Trovatore-Motel gestoßen, in das wir uns mit seinen Themenzimmern sofort verguckt haben (ok, wir waren auch ein bisschen skeptisch und hofften einfach, dass es gut sein würde...). Alles war wahnsinnig bunt und überall waren Filmstars und Comicfiguren gemalt oder als Aufsteller zu sehen. Empfangen wurden wir von einem Original an Motelbetreiber, wie man es sich nicht mal in den kühnsten Träumen vorzustellen vermag... Herrscher über das Chaos an der Rezeption (die eher aussah, wie ein persönliches Wohnzimmer), markierte er uns auf einer Karte alle Sehenswürdigkeiten; Restaurants und Supermärkte, die er empfehlen konnte. Wir erfuhren, welcher Star in Kingman geheiratet hat (Clark Gable), welcher Star eine Strafe wegen zu schnellen Motorradfahrens kassiert hat (Jean-Claude van Damme) und welcher Star wegen eines Play-Fotoshootings fast verhaftet worden wäre (Pamela Anderson). Nach ca. 15 min Monolog erhielten wir die Schlüssel für unser Elvis Presley-Zimmer und fanden es einfach nur super!
Nicht so super war die WLAN-Verbindung, die unter anderem die Arbeit am Reiseblog sehr herausfordernd gestaltet hat... Draußen auf der Terrasse hatten wir glücklicherweise etwas Empfang. WLAN-Probleme sollten uns übrigens nicht nur in Kingman betreffen, aber dazu mehr im nächsten Blogeintrag.





Kommentare
Kommentar veröffentlichen