Wir verließen Hurricane (inzwischen ohne Mini-Hurricane), um uns auf die Reise in die Sin City (Stadt der Sünde) zu machen: Las Vegas im Bundesstaat Nevada. Unsere erste Station war der beeindruckende Hoover Dam südöstlich von Las Vegas. Die Talsperre staut hier in den Colorado River zum Lake Mead auf, dem größten Stausee der USA. Gebaut wurde der Hoover Dam in den 1930er Jahren zur organisierten Wasserversorgung der umliegenden Bundesstaaten sowie der Gewinnung elektrischer Energie.
Für die tausenden benötigten Arbeiter wurde eigens die Stadt Boulder City errichtet, wo jedoch Alkoholkonsum und Glücksspiel verboten waren. Hierdurch entwickelte sich Las Vegas zu einem Magnet, der immer mehr Bars und Casinos zu bieten hatte, da das Glücksspiel in den 1930er Jahren im Bundesstaat Nevada legalisiert worden war. Interessant für Besucher waren außerdem die Atomwaffentests auf der Nevada Test Site in den 1950er Jahren.
So, genug Geschichte fürs Erste!
Wir fuhren den berühmten Strip in Las Vegas entlang, wo die zahlreichen Luxushotels mit ihren riesigen Anlagen, Leuchtreklamen und Werbungen zu sehen waren. Durch den fast immer währenden Stau oder stockenden Verkehr war bereits so erstes Sightseeing aus dem Auto heraus möglich. Wir arbeiteten uns zu unserem Hotel durch, dem Stratosphere Tower am nördlichen Ende des Strip. Der Stratosphere Tower ist der höchste freistehende Aussichtsturm der USA. Oben gibt es ein Turmrestaurant, das sich innerhalb einer Stunde einmal um die eigene Achse dreht. Weiterhin gibt es eine Aussichtsplattform, wo sich verschiedene Fahrgeschäfte befinden.
Nach dem Check-in erkundeten wir den Strip teils zu Fuß und teils mit dem Bus. Die Strecken sind weiter als man denkt (wie eigentlich überall in den USA) und die hohe Temperatur von bis zu 47 Grad Celsius und ein ordentlicher Wind machten längere Fußwege fast unmöglich. Aufgrund des starken Verkehrs und des gegebenenfalls heißen Wetters also das Auto unbedingt stehen lassen und mit den günstigen Bussen fahren (8 $ für 24 Stunden). Wir steuerten zuerst das Bellagio mit seinen regelmäßig stattfindenden Wasserspielen an, um uns anschließen den zahlreichen Shopping-Malls zu verlieren, die entlang des Strips zu finden sind. Fast jedes große Hotel hat eine eigene Einkaufs- und Restaurantmeile im Erdgeschoss. Es ist darauf ausgelegt, dass man sich verläuft und sehr lange Strecken zurücklegen muss (und dabei am besten sehr viel Geld ausgibt). Um mal ein Beispiel für die Dimensionen zu geben: Im Venetian Resort Hotel fanden sich unter anderem der venezianische Markusplatz sowie Kanäle mit Gondelfahrten (neben knapp 4.000 Suiten, 18 Restaurants, zahlreiche Geschäfte, ein Kasino und ein Wachsfigurenkabinett). Meistens ging mit den Anlagen und Räumlichkeiten reichlich Prunk und Protz einher. Der gute Geschmack blieb dabei nicht auf der Strecke.
Je dunkler es wurde, desto mehr Menschen waren in Las Vegas unterwegs und auch die Leuchtreklamen, die Musik, die Effekte usw. fielen sehr viel stärker auf. Man war stellenweise überfordert: Wo soll ich zuerst hinschauen? In welches Gebäude gehe ich als nächstes rein (und wie und wo komme ich wieder raus)?
Am zweiten Tag stand die Erkundung Downtowns auf dem Plan, dem "alten" Las Vegas. Auch hier fanden wir zahlreiche Hotels und eine Vergnügungsmeile vor. Wir besuchten dort außerdem ein Outlet-Center und bummelten durch die Geschäfte. Auf dem Strip und in Downtown hangelten wir uns von einem klimatisiertem Gebäude zum nächsten (mit zwischenzeitlichem Aufenthalt im klimatisierten Bus), da es anders tagsüber kaum auszuhalten war. Die Sonne knallte mit voller Wucht vom Himmel und auch im Schatten sowie nach Einbruch der Dunkelheit waren die Temperaturen kaum niedriger.
Abends erwartete uns ein ganz besonderer Programmpunkt: Wir besuchten eine Aufführung des Cirque du Soleil im Bellagio. Die dort aufgeführte Show ´"O" kombiniert Artistik mit Theater und Livemusik und findet stellenweise in einem Wasserbecken statt. Das Talent der Darsteller und die kreativen und stellenweise lebensmüden Show-Bestandenteile waren klasse und sehr beeindruckend. Man fühlte sich in eine andere Welt entführt und musste nach dem Ende sich erst mal wieder kurz sammeln.
Wir gingen anschließend auf die Aussichtsplattform unseres Hotels und genossen den atemberaubenden Blick über die nächtliche Skyline Las Vegas (es war außerdem wahnsinnig windig da oben). Was fehlte nun noch zum kompletten Las Vegas-Besuch? Natürlich Zocken im Casino! Neben den eigentlichen Casinos auf dem Strip hat so ziemlich jedes Hotel ein eigenes im Haus. So auch unser Hotel, sodass wir uns dort umgeschaut haben. Wir entschieden uns gegen Kartenspiel und Roulette, sondern gingen zu den Spielautomaten. Bei fast keinem konnte man sofort verstehen, wie das Spiel funktioniert und Einfluss auf das Spielgeschehen war ebenfalls kaum möglich. Einfach Kopf abschalten, Geld reinstecken und zwei, drei Knöpfe drücken, das schien die Devise zu sein. Übrigens kostete eine Runde (also einmal etwas drücken) ca. 1 $. Wir testeten einen Automaten aus, fanden das Ergebnis nicht befriedigend und testeten noch zwei weitere aus. Anscheinend haben wir uns nicht allzu doof angestellt und holten aus investierten 4 $ schlussendlich einen Gewinn von 12,40 $ raus! Das war eine Bilanz, die sich sehen lassen konnte und so fielen wir nach einem langen Tag in der Sin City ins Bett.











Ihr seht ein wenig mitgenommen aus. ;-) Habt ihr euch Shows angesehen?
AntwortenLöschenDanke für den äußerst charmanten Kommentar! Wie im Text beschrieben, haben wir uns die Show "O" von Cirque du Soleil angesehen ;-)
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