Der nächste Tag begann mit einem Blick auf die Rückseite
unseres Kassenbons. Ihr erinnert euch: Wir hatten uns einen Plan zurechtgelegt,
um viel zu schaffen und an keinen Öffnungszeiten zu scheitern. Er begann mit
einem Rundgang durch verschiedene Stationen in Aberdeen.
Sportlich, wie wir natürlich sind, starteten wir direkt nach
dem Auschecken ohne Frühstück in Richtung Old Aberdeen, wo sich auch die
Universität befindet. Auf der Karte sah das eigentlich gar nicht so weit weg
aus… Nach einer halben Stunde Fußweg hatten wir die Universität erreicht und
sahen uns dort auf dem Gelände und in der Kapelle um. Auf dem weiteren Weg durch Aberdeen entdeckten wir noch einen riesigen Friedhof mitten im Ort.
Weiter ging es zum Hafen, wo wir uns das kleine Fischerdorf
Footdee angeschaut haben. Wie aus einer anderen Zeit, liegt es im lebhaften
Aberdeen am Wasser neben dem großen Hafengewerbe. Es sieht stellenweise noch so
aus, wie es zu seiner Gründung zu Beginn des 19. Jahrhunderts ausgesehen haben
muss.
So schön und interessant das auch alles war: Der Hunger war
groß und die Muskeln schwach, also gab es nach fast zwei Stunden erstmal ein
verspätetes Frühstück. Es hat uns sehr gut gefallen, durch verschiedene
Stadtteile zu pilgern und hierbei nicht nur die touristischen Plätze und
Fußgängerzonen zu sehen, sondern auch die Bereiche, wo man das „ganz normale“
Aberdeen kennenlernen konnte.
Ab ins Auto und los ging es zu unserer Castle-Tour! Geplant
waren ursprünglich vier. Aber die morgendliche Tour durch Aberdeen hat um
einiges länger gedauert, als geplant. Bei einem passablen Zeitmanagement hätten
wir bestimmt auch die realistischen Laufwege und die Zeiten zum Gucken und für
Frühstück mit eingeplant. Wir haben uns somit entschlossen, ein Castle zu
streichen.
Auf ging es zum Castle Fraser in Inverurie (warum man bei diesem hier
zuerst Castle und dann den Namen nennt, ist uns auch nicht klargeworden): Ein
kleines schnuckeliges Castle in der Region Aberdeenshire mit 23 Zimmern, die
alle besichtigt werden konnten. Von einem Turm konnten wir die Aussicht auf das
tolle Außengelände mit extra Garten genießen. Auch das Drohne fliegen war
erlaubt und bei wieder mal bestem Wetter konnten wir weitere Bilder schießen.
Falls jemand den Film Die Queen gesehen hat: Im Castle Fraser wurden einige Szenen gedreht.
Die Verständigung mit den Schotten läuft übrigens weiterhin
hervorragend. Alle sind sehr nett und hilfsbereit und wir kommen mit unserem
Englisch sehr gut zurecht. Viele hören anscheinend nicht einmal, dass wir aus
Deutschland kommen. Oder sie sind einfach nur höflich…
Als nächstes steuerten wir die Burgruine Balvenie Castle in
Dufftown an. Wir konnten es uns erst nicht wirklich vorstellen, eine Ruine zu
besichtigen. Aber es war total klasse und wir haben uns jeden Winkel angeschaut.
Man konnte sogar noch einige Stufen erklimmen und in die oberen Stockwerke
gehen bzw. in das, was davon noch übrig ist.
Die Gegend wurde zunehmend dünner besiedelt, je weiter wir
Richtung Norden fuhren. Wir durften auch die Bekanntschaft mit einspurigen
Straßen machen, wo man den Gegenverkehr mit Haltebuchten regelt. Sehr
interessant, aber auch stellenweise nervenaufreibend. Nervenkitzel gibt es auch
immer wieder, wenn man auf einer gefühlt zwei Meter breiten Straße eine Kurve passiert oder einen
Hügel hochgefahren ist und plötzlich ein LKW vor einem auftaucht.
Das dritte ausgewählte Schloss war das Brodie Castle in
Brodie. Wir hatten uns zwar redliche Mühe mit der Zeitplanung gegeben, aber
waren trotzdem erst 20 min vor dem Schließen der Tore vor Ort. Wir haben uns
deshalb nur den Außenbereich angeschaut, inklusive freilaufender Schildkröte, und hatten irgendwann auch Lust auf
Feierabend (und natürlich Blog schreiben).
Der Weg führte uns zu unserer Unterkunft in Inverness. Hier
hatten wir das erste Mal kein großes Hotel, sondern ein Guest House. Ein ehemaliges
Wohnhaus war zu einem kleinen Hotel umgebaut worden, indem es nur fünf Zimmer gab
und der Besitzer selbst das Frühstück zubereitet. Wir wurden wahnsinnig nett empfangen
und haben Tee und Kuchen angeboten bekommen. Wir wollten gar nicht mehr gehen,
aber haben dann einen Spaziergang durch den Ort gemacht und sind bei einem Restaurant
eingekehrt, dass uns unser Gastgeber empfohlen hatte (und die Tischreservierung
hatte er freundlicherweise auch übernommen). So klang ein sehr lauf-,
sonnen- und Castle-reicher Tag aus und nach dem Veröffentlichen des letzten
Blogeintrags fielen wir wie Steine ins Bett.




















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