USA - Scarborough to Littleton (23.09.2019)

Das Bundesstaaten-Hopping geht munter weiter. Wir verließen Scarborough (Maine) und fuhren gen Nordwesten in den Bundesstaat New Hampshire. Dort besuchten wir den Nationalforst White Mountain National Forest, der zu den meistbesuchtesten Nationalstätten der USA gehört. Wahrscheinlich sorgten insbesondere zwei Aspekte dafür, dass wir auf nicht sehr viele Menschen trafen: Die Hauptsaison ist vorbei und an Werktagen ist tendenziell weniger los als an Wochenenden. Hauptsaison ist im Sommer, wenn die dortigen Freizeitparks etc. besucht werden und im Winter, wenn auf den Abhängen Wintersport stattfindet.


Bei perfekten Temperaturen um die Mitte 20 Grad Celsius fuhren wir den knapp 90 km langen Kancamagus Highway entlang, der durch den südlichen Teil des Waldes führt. Der Wald bietet tolle Plätze und Wanderwege, um Wasserfälle, Flüsse, Seen und Gesteinsformationen zu betrachten. Die Tierwelt hielt sich erfolgreich versteckt. Wir haben aber immerhin ein Streifenhörnchen (Chipmunk) gesehen.







Weitere Stationen waren verschiedene Brücken über die Flüsse, davon sogar eine überdachte, die mit dem Auto passiert werden konnte.





Ebenfalls spannend zu besuchen war ein Wohnhaus von 1831, das als letztes aus der Siedlungszeit im Waldgebiet stehengeblieben ist und nun als Museum genutzt wird. Wie in vielen Museen oder historischen Stätten stand auch hier ein Guide bereit, der einem Fragen zur Stätte selbst oder zu weiteren lokalen Themen freundlich und ausführlich beantwortet.


Ein absolutes Highlight waren jedoch die Blattverfärbungen der Laubbäume im Wald. Neben den bekannten gelben Blättern im Herbst bzw. den immergrünen Nadelbäumen sieht man ab ca. Mitte September auch rotes Laub. Dies ist an sich nichts besonderes im Herbst. Jedoch findet sich besonders im Nordosten der USA besonders viel rotes Blattwerk an den Bäumen. 






Ein Erklärungsversuch für dieses Phänomen (Achtung, es wird theoretisch):
Durch die Wetteränderung stellen die Bäume im Herbst die Chlorophyll-Produktion ein, bauen die Reserven aus den Blättern ab und transportieren diese in Stamm und Wurzeln, was eine gelbe/orangefarbene Blattfärbung zur Folge hat. Anschließend wird das Blatt braun und fällt ab. Dieser Prozess wird jedoch gestört, wenn tagsüber hohe Temperaturen mit starker Sonneneinstrahlung vorherrschen, aber abends die Temperaturen stark abfallen. Dann wird in den Blättern erneut Chlorophyll produziert, was normalerweise in Stamm und Wurzeln transportiert wird. Da die Temperaturen aber nachts zu niedrig sind, funktioniert der Transport nicht mehr. Im Blatt bilden sich deshalb zuckerhaltige Farbstoffe, die zur intensiven roten Färbung führen.

Hinzu kommt, dass sich in dieser Gegend besonders häufig der kanadische Zuckerahorn findet, der besonders zur roten Blattfärbung neigt.
(Korrekturen und Hinweise können gerne in den Kommentaren geäußert werden :-) ).

Nach einem tollen und wieder einmal sehr günstigen Tag in der Natur (Gebühren fürs Parken + eine Spende für den Wald = 10 $ / ca. 9 €) fuhren wir in die Kleinstadt Littleton, in der wir tolles Essen in einem Restaurant in einem alten Bahnhof hatten. Anschließend kehrten wir in unserer Unterkunft für die nächste Nacht ein: Das Littleton Motel, das seit 1948 existiert und damit das ältestes Motel im Ort ist. Der Kommentar des Mitarbeiters beim Einchecken, nachdem er unser Heimatland erfahren hat: Far away from home (Weit weg von zuhause). Er verabschiedete uns mit einem lächelnden "Dankeschön".

Auf dem Bild seht ihr das Hauptgebäude des Motels. Unser Auto, das dunkle Auto auf der rechten Seite, steht vor unserem Zimmer:

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